Westweg: Etappe 1 von Pforzheim nach Dobel gemeistert

Der Westweg ist der älteste Fernwanderwege Deutschlands und  führt von Pforzheim über 285 Schwarzwald-Kilometer bis hinunter nach Basel. Seit seiner Fertigstellung im Jahre 1900 durch den Schwarzwaldverein, dessen Vereinslogo einer roten Raute auf weissem Untergrund er auch trägt, erfreuten sich schon viele Tausende Wanderer seiner Schönheit. Dies galt es einmal nachzuprüfen 🙂

 

Start am Flussdreieck Pforzheim

Also ging es am letzten Samstag, den 28.10.2019, für mich an den Zusammenfluss der drei Pforzheimer Flüsse Enz, Nagold und Würm. Dort am “Kupferhammer” beginnen sowohl der West-, der Ost- als auch der Mittelweg, die in verschiedenen Routen durch den Schwarzwald führen. Doch zunächst einmal nahm ich mir also den Klassiker “Westweg” vor… ich bin ja noch jung 🙂

Im Trailrunnin-Schritt ging es über eine Anhöhe durch schon urigen Wald wieder hinunter nach Dillweissenstein. Nach der Überquerung der Nagold musste ich dann das Flusstal wechseln um schliesslich in einem tollen Abschnitt an der Enz entlang bis nach Neuenbürg zu laufen. Zwar hörte man noch die paralell laufende Bundesstrasse, die Schwarzwald-Atmosphäre mit teilweise dichten Nadelwäldern kam jedoch schon auf.

Start des Westweges in Pforzheim an der “Goldenen Pforte”

Hoch nach Neuenbürg und Schwann

Nach einem ersten Riegel, die ich immer beim gemütlichen Gehen in Steigungen zu mir nahm, führte der Westweg dann durch Neuenbürg und die Steigung Richtung Schwann hinauf. Puh, das sind schonmal die ersten richtigen Höhenmeter. Oben an der Schwanner Warte angekommen eröffnete sich dann ein toller Weitblick Richtung Norden, bei dem man sogar die Funktionstüchtigkeit des Phillipsburger Kernkraftwerks bestaunen konnte. Auf einmal tauchte auch eine Waldbibliothek vor mir auf, in der ich mich ganz gemütlich  über die alten Weisheiten eines Fitness-Ratgebers amüsierte. Bei Rückenschmerzen verwies dieser auf sofortige 3-tägige Bettruhe… Heute wissen wir zum Glück, dass moderate Bewegung hier besser hilft.

Der Nordschwarzwald vermittelt mit seiner dichten Bewaldung echtes Schwarzwald-Feeling

 

Füsse hochlegen mit Ausblick an der Schwanner Warte nach rund 20 Kilometern

 

Auf Irrwegen bei Dobel

Nach der Schwanner Warte taucht man dann das erste Mal in die absolute Natur ein: ein herrliches Erlebnis. Tief im Wald und grösstenteils weit abseits der Strassen verläuft der Westweg bis nach Dobel. Das machte richtig Spass! Noch ein Riegel verputzt und schon war die erste Etappe mit rund 27 Kilometern und ca. 750 Hoehenmetern abgehakt. Ich hatte schon die ganze Zeit mit dem Gedanken gespielt die Etappe bis Bad Herrenalb zu verlängern und ein Schild “4km Bad Herrenalb” machte daraus einen handfesten Plan. Los ging es also bei einem tollen Wegkreuz Richtung Bad Herrenalb – wie ich zumindest dachte.

Etappenziel Dobel erreicht 🙂

 

5 Kilometer später kam ich genau an diesem Wegkreuz wieder raus und dachte ich steh im Wald :D. Nach einem zweiten Anlauf und grossem Umweg erreichte ich dann schliesslich jedoch den beschaulichen Kurort. Mein erster Quasi-Marathon mit 38 Kilometern durch die Natur war eine schöne Herausforderung, die einem den Schwarzwald in purster Form nahe bringt. Glücklich und erschöpft lies ich es mir in Bad Herrenalb bei einer Cola und einem Falafel-Döner schmecken.

Herbstlich zeigte sich schon der Farn – ein toller Anblick

 

Für mehr Infos zum Westweg und seinen herrlichen Etappen: https://www.schwarzwald-tourismus.info/entdecken/Wandern/Fernwanderwege/Westweg2/die-westweg-etappen/Westweg-Etappe-1

 

Lukas   (zu meinem Konzept)