Westwegabenteuer Nummer 4: Unterstmatt – Alexanderschanze

Das Telefon klingelt und der beste Kumpel aus Italien berichtet, er wolle einmal den Westweg sehen. “Alloorra” (Auf geht`s), sage ich. “Das trifft sich gut, denn bei mir stehen als nächstes 2 tolle Etappen an.” Gesagt getan und an einem Wochenende im September reist er mit einem Arbeitskollegen aus den Dolomiten an, um den Schwarzwald per piedes zu erkunden.

Planänderung bringt Höhenmeter

Als die beiden freitags in meiner neuen Heimat, Sasbachwalden, ankommen, machen wir natürlich gleich einen kleinen Dorfspaziergang. Als ich ihnen erkläre, dass wir am Samstag direkt von oben starten, legen sie mit vielen italienischen Gesten begleitet Protest ein. “No No, si parte da qui”. Also geht es am nächsten morgen um 8:30 Uhr direkt vor dem Haus los. Nach 800 Höhenmetern und dem wunderschönen Gaishöllental erreichen wir den höchsten Gipfel des Nordschwarzwaldes, die Hornisgrinde. Von dort aus biegen wir südlich in den Westweg ein, der von Norden kommend von Unterstmatt über eine Grinde (Grinden sind die kahlen, hochmoorigen Hochflächen) ansteigt. Dort oben erwarten und neben dem Fernsehturm auf einem Hochplateau auch der kleine Bismarckturm sowie der Hornisgrindeturm. Natürlich gönnen wir uns bei bestem Wetter ein kleines Bierchen mit Aussicht auf den Mummelsee. Die Italiener trinken mit soviel Genuss als würden sie nur dafür die Wanderstrapazen auf sich nehmen.

 

Aufsteig von Sasbachwalden zur Hornisgrinde mit ca. 800 Höhenmetern und schönen Trails

Erstes Zwischenziel erreicht mit Daniel und Francesco: der Fernsehturm auf der Hornisgrinde

Blick vom Hornisgrinde-Plateau auf den Mummelsee

Auf den Wegen des Sturms

Samstags ist der Mummelsee nur schwer zu ertragen und gleicht eher einer Shopping-Mall am Black Friday. Wir legen also einen Zahn zu, schießen an der Westwegpforte nur ein Bild in aller Schnelle und ziehen dann weiter auf den Altsteigerkopf immer im Auf und Ab entlang der Schwarzwaldhochstraße. Die Spuren vom Sturm Lothar 1999 zeigen sich hier sehr deutlich: es ist Klettern angesagt über umgestürzte Bäume und dem Erdboden entrissene Wurzeln. Nach einer Kaffepause für mich und natürlich einer Bierpause für die italianos an der Darmstädter Hütte begannen 2 dunklere Stunden für uns 3 Gefährten. Verwirrt durch gleich 2 Schilder “Alexanderschanze”, unserem Etppenziel, mit unterschiedlichen Kilometerangaben, gingen wir ins intensive Marschieren über. Denn hinter uns lagen schon rund 25 Kilometer und es war 17 Uhr. Sollten es tatsächlich noch 13 Kilometer sein, wie es das zweite Schild anzeigte, würden wir addiert mit dem Abstieg zum Hotel (weitere 3 Kilometer)  ziemlich sicher einige Zeit im Dunkeln tappen müssen – nicht gerade rosige Aussichten mitten im Schwarzwald. Doch zum Glück stellte sich die kurze Kilometer-Angabe als den direkten und besten Weg heraus und wir gewannen wieder an Zuversicht es rechtzeitig zum Hotel zu schaffen.

 

Umgestürzte Bäume auf dem Lotharpfad

Blick nach Norden auf den Hornisgrinde-Turm und das Mummelsee-Hotel (rechts oben)

Ein wahrlich weitläufige Panorama-Etappe mit wunderbaren Ausblicken nach Süden, Osten und Norden

 

Nach 34 Kilometern und knapp 1400 Höhenmetern kamen wir schließlich in den letzten 5 Minuten vor Küchenschluss an. Ein Erfolg auf ganzer Linie 🙂 In Höhengasthaus Herbstwasen (empfehlenswert!) wurden wir herzlich begrüßt und mit einem Top-Abendessen sowie einem gemütlichem Zimmer belohnt. Am nächsten Tag ging es dann -nicht weniger abenteuerlich – auf die 5. Etappe, die bis nach Hark führt (zum Bericht).

Und wann geht ihr los und entdeckt den Schwarzwald?
Für mehr Infos zum Westweg und der 4. Etappe : https://www.schwarzwald-tourismus.info/touren/westweg-etappe-04-unterstmatt-alexanderschanze-20735d2ab3

 

Bleibt gesund!

Euer Lukas   (zu meinem Konzept)


Westweg Etappe 1 (Pforzheim-Dobel) : zum Bericht

Westweg Etappe 2 (Dobel-Forbach): zum Bericht

Westweg Etappe 3 (Forbach-Unterstmatt): zum Bericht